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Das große Ziel heißt Fußball-Bundesliga - Westfalenpost vom 15.06.2017

Hohenlimburg.  Einen gewagten Schritt gehen zwei Talente der C-Juniorinnen des SV Hohenlimburg 1910. Malin André (14) und Damlanur Sebetci (15) spielen zukünftig für den Bundesliga-Nachwuchs der SGS Essen.

Erst Sichtung, dann Bewerbung

Anfang März spielten die beiden Mittelfeldspielerinnen mit ihrer Mannschaft in Duisburg um die Westdeutsche Hallenmeisterschaft. Natürlich waren auch Talentspäher vieler Vereine auf Suche nach den Bundesligastars der Zukunft. Aufgefallen sind André und Sebetci sofort und wurden prompt zum Probetraining nach Essen eingeladen.

Anschließend mussten sie sich auf der Internetseite des Bundesligisten für die Aufnahme in das neue U16-Team bewerben. „Das ist der ganz normale Vorgang bei den Bundesligisten“, berichtet ein stolzer Vater und Trainer Mark André.

Neider interessieren nicht

„Unsere Freunde und Mitspielerinnen freuen sich für uns und wünschen uns auch nur das Beste, es gibt aber auch Leute denen das nicht so gut gefällt“, spricht Malin André über die Erfahrungen seit der Bekanntgabe des Wechsels. Einen bemerkenswerten Satz sprach daraufhin Sebetci: „Sobald man Menschen hat, die neidisch auf einen sind, weiß man, dass man alles richtig macht.“

Viel machen sich die beiden Mädchen nicht aus den Unmutsbekundungen anderer Leute. Viel mehr gehen sie die neue Herausforderung selbstbewusst an. „Wir versuchen, in der neuen Mannschaft gut klar zu kommen und werden alles daran setzen, irgendwann den Sprung in den Bundesliga-Kader zu schaffen.“

Komplett neue Mannschaft in Essen

Wenn die neue U16-Regionalliga-Saison beginnt, wird die Essener Mannschaft eine komplett neue sein. „Essen baut ein ganz neues Team auf“, erzählt Damlanur. Wie die Chancen auf Einsatzzeiten stehen, können beide schlecht einschätzen. „Das ist schwer zu sagen, aber wir sind ja noch in der Entwicklungsphase und sehr ehrgeizig“, spricht Sebetci für beide. Doch auch dabei sind sie selbstbewusst und reden lieber über Stärken als über Schwächen. „Ich denke, meine Stärken liegen darin, dass ich schnell und gut im Eins-gegen-Eins-Spiel bin“, gibt Malin eine Einschätzung ab. Damlanur sieht ihren Vorteil ebenfalls im Dribbling und in ihrem harten Schuss. Was die Schwächen angeht, sind sich beide schnell einig: „Wir haben noch Probleme mit dem Kopfballspiel“, geben beide zu.

Die Schule nicht vernachlässigen

„Ich denke, der Schritt nach Essen zu gehen, ist richtig. Dort herrschen professionellere Bedingungen als bei uns in Hohenlimburg“, unterstützt Mark André beide Spielerinnen. Eines ist ihm aber auch wichtig, Die Schule darf nicht zu kurz kommen. Doch da können die beiden Talente ihre Eltern beruhigen. „Wir müssen nach jedem Halbjahr unsere Zeugnisse vorzeigen. Stimmen die Noten nicht, können wir natürlich Probleme bekommen“, gibt Malin, die das Fichte-Gymnasium in Hagen besucht, die Vorgaben vom Verein preis. „Wenn wir Klausuren haben und lernen müssen, werden wir vom Training freigestellt. Das ist gar kein Problem“, ergänzt Damlanur, die Schülerin der Realschule ist.

Das sie auch Opfer bringen müssen, um sich ihren großen Traum von der Bundesliga zu erfüllen, ist beiden klar: „Wir werden ein Leben zwischen Fußball und Schule haben und in unserer freien Zeit viel lernen müssen“, wissen beide.

Eine Sache ist sowohl den Spielerinnen als auch dem Trainer wichtig. Der Wechsel nach Essen ist als Erfolg der gesamten Mannschaft zu werten. „Wenn die beiden in einer Mannschaft gespielt hätten, die nicht so gut spielt, wie es unsere Mädchen können, dann wären sie nicht so gut geworden und niemandem bei den Hallenmeisterschaften aufgefallen“, ist Mark André stolz auf die komplette Mannschaft.

Nun steht für Malin André und Damlanur Sebetci ein neues Kapitel ihrer Karriere an. Vielleicht hört man ja in ein paar Jahren von zwei Bundesligaspielern mit Wurzeln bei den Zehnerinnen.

Von Kevin Herzog

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