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Der Deutsche Meister gibt sich an der Hafenstraße die Ehre - WAZ vom 17.11.2017

Die SGS Essen rangiert nach acht Spielen auf einem guten Platz fünf, doch die Brocken kommen noch. Am Sonntag ist der VfL Wolfsburg zu Gast.
Acht Spiele hat die SGS Essen in der laufenden Hinrunde absolviert. Platz fünf ist ein gutes Zwischenergebnis, doch die Brocken kommen erst noch: Wolfsburg, Frankfurt und Freiburg – so lautet das Restprogramm für die Bundesliga-Fußballerinnen und schließt gleich drei Mannschaften aus den Top-Vier ein. Jeder weitere Punktgewinn wäre daher eine Überraschung, wobei die SGS ja gerne auch mal gegen Spitzenteams über sich hinauswächst.

Gegen den VfL Wolfsburg, der am Sonntag (14 Uhr) an die Hafenstraße kommt, ist das allerdings schon länger nicht mehr gelungen. Der letzte Punktgewinn liegt rund fünf Jahre zurück (0:0). Seither gelangen den Essenerinnen in zehn Begegnungen lediglich zwei Treffer. Die Erinnerungen an den letzten Dreier dürften längst verblasst sein. Außer vielleicht bei Sarah Freutel, die beim 3:2-Erfolg 2010 einen Doppelpack schnürte.

Der letzte Punktgewinn liegt rund fünf Jahre zurück

„Zu punkten ist aber nicht unmöglich“, erklärt Essens Innenverteidigerin Marina Hegering forsch. Schließlich hat der VfL in dieser Saison schon Schwächen gezeigt. Werder Bremen hätte das fast zur Sensation genutzt, kassierte nach zweimaliger Führung aber eine 2:3-Niederlage. Auch gegen Duisburg tat sich der Double-Gewinner schwer (1:0). Überhaupt hat Wolfsburg nach dem perfekten Start mit drei Siegen und 15:0-Toren etwas an Souveränität eingebüßt.

So hatten nicht wenige erwartet, dass die Gäste in dieser Spielzeit unantastbar sein würden. „Ich habe Wolfsburg auch auf Platz eins getippt, mit Freiburg und Bayern München dahinter, die um den zweiten Champions-League-Platz kämpfen. Ich glaube immer noch, dass es am Ende so kommt. Aber die Entwicklung ist doch toll: Die Liga ist extrem spannend, nicht nur an der Spitze“, sagt SGS-Trainer Daniel Kraus gut gelaunt.

Dem Favoriten den Spaß am Spiel nehmen

Sorgen bereitet ihm das schwere Restprogramm keinesfalls. Die Gefahr, in der Tabelle noch ein, zwei Plätze einzubüßen, ist für ihn zweitrangig. „Wir schauen nur auf uns. Die restlichen Spiele sind für uns eine Herausforderung, auf die wir uns freuen.“ Hegering aber würde nach Abpfiff gerne auch etwas Zählbares mitnehmen: „Wir müssen Wolfsburg den Spaß am Spiel nehmen.“ So könne man auch gegen die individuelle Klasse der Gäste bestehen.

Dabei muss Kraus für sie bis Sonntag noch eine neue Partnerin im Abwehrzentrum finden. Nationalspielerin Sara Doorsoun fällt mir einer Schulterverletzung aus. Schon gegen Bremen musste sie zur Pause ausgewechselt werden. Sie wird wohl erst im neuen Jahr wieder zur Mannschaft stoßen. Gerade gegen die Top-Klubs schmerzt ihr Ausfall, zumal Doorsoun und Hegering in den vergangenen Wochen ein starker Rückhalt waren.

Feldkamp erstmals im DFB-Aufgebot

Aber Kraus hat schon einige Ideen gesammelt: Lena Ostermeier käme infrage und könnte die 26-Jährige positionsgetreu ersetzen. Nach überstandenen Blessuren hat sie aber noch etwas Trainingsrückstand. Irini Ioannidou steht zwar voll im Saft und hat in dieser Saison auch schon in der Innenverteidigung ganz passabel ausgeholfen, doch sie dürfte als Linksverteidigerin wertvoller sein. Bleibt noch Jana Feldkamp, die Doorsoun schon in Bremen ersetzte und ansteigende Form zeigte.

Und das ist übrigens auch Bundestrainerin Steffi Jones aufgefallen. Denn Feldkamp steht beim Länderspiel gegen Frankreich am kommenden Freitag erstmals im DFB-Aufgebot. Natürlich nicht allein: Linda Dallmann und Lea Schüller stellt die SGS ebenfalls ab.

Von Benedikt Burgmer

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