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Keine Punkte für SGS bei Wißing-Abschied - WAZ vom 04.02.2018

Gegen den SC Freiburg kassiert die SGS eine klare 0:3-Heimniederlage und scheitert erneut beim Versuch, einen Top-Klub zu ärgern.
Über drei Punkte „seiner“ SGS Essen zum Abschied hätte sich der frühere Manager Willi Wißing sicher besonders gefreut. Doch der SC Freiburg trat zum Nachholtermin der vorletzten Partie der Hinrunde in der Frauenfußball-Bundesliga als Spielverderber auf. Mit 3:0 setzten sich die Gäste klar durch und untermauern damit ihre Champions-League-Ambitionen.

Ball flipperte durch den SGS-Strafraum vor 0:1

„Wir sind heute aber nicht am Gegner, sondern an uns selbst gescheitert. Klare Chancen haben wir nicht genutzt, weil wir nicht schießen, sondern laufen, bis es nicht mehr geht“, erklärte ein „unglücklicher“ SGS-Trainer Daniel Kraus. Allerdings hätte selbst eine perfekte Chancenverwertung kaum für drei Treffer gereicht. Und wenn der SC seine Konter besser ausgespielt hätte, wäre es wohl ein ganz übler Nachmittag geworden.

Insgesamt präsentierten die Gäste die reifere Spielanlage und agierten mannschaftstaktisch überlegen. Schnörkellos ging es nach vorne, wo mit zwei, drei schnellen Pässen die Essener Abwehr ausgehebelt wurde. Alles wirkte einstudiert. Schon in der Anfangsphase tauchte Magull frei vor dem Essener Kasten auf, doch ihren Querpass fing Torfrau Kim Sindermann ab. Auch gegen Starke war die Weiß-Vertreterin auf dem Posten.

Auf der Gegenseite kombinierten sich Lea Schüller und Linda Dallmann in den SC-Strafraum, doch letztere versuchte wie auch die Freiburgerinnen zuvor den Querpass statt des Abschlusses. Von Trainer Kraus gab es aufmunternden Applaus. Allerdings endete dieser abrupt: Denn quasi im Gegenzug stellt der Sportclub auf 0:1: Der Ball flipperte durch den Essener Strafraum, ehe Hegenauer als erste Übersicht bewies und durchsteckte auf Petermann, die aus kurzer Distanz einschob.

Fünf Minuten vor der Pause war es erneut Dallmann, die eine Lücke in die Freiburger Defensive riss. Doch ihren Abschluss aus spitzem Winkel konnte Torfrau Benkarth zur Ecke abwehren. Ansonsten machten es die Gäste den Essenerinnen schwer, weil sie ihre Mannschaftsteile nahezu synchron verschoben und rund um den Ball Überzahlsituationen schufen.

Doch direkt nach Wiederanpfiff leistete sich auch der Tabellenzweite eine Unachtsamkeit: Nach einem weiten Schlag vom Anstoß weg drang wieder Dallmann in den Strafraum ein und kam im Zweikampf mit Lahr zu Fall. „Von uns aus sah es aus wie Elfmeter“, monierte Kraus. Schiedsrichterin Derlin ließ weiterspielen, hatte aber schlechte Sicht, weil sie vom Geschehen doch ähnlich weit weg war wie die Trainerbänke.

Freiburg nutzte die Freiräume zum Kontern

„Vielleicht wäre das Spiel bei einem Elfmeterpfiff anders gelaufen“, haderte Kraus später. Doch so nahm alles seinen Lauf. Die SGS lief an, ohne echte Gefahr zu entwickeln. Freiburg nutzte die Räume zum Kontern. Torfrau Sindermann hielt die Essenerinnen mit Paraden gegen Gwinn und Minge noch im Spiel. Doch 25 Minuten vor dem Ende fiel die Entscheidung: Diesmal steuerte Starke auf das Essener Tor zu. Sie scheiterte noch am Pfosten, doch Gwinn staubte ab.

Fünf Minuten später holte Sara Doorsoun Freiburgs Kayikci von den Beinen. Magull verwandelte den fälligen Elfer. Die Chance zum Ehrentreffer ergab sich noch für Schüller, doch auch sie wollte lieber ablegen, als abzuschließen.

SGS Essen - SC Freiburg 0:3 (0:1)

SGS: Sindermann – Ioannidou, Doorsoun, Hegering, Klasen – Knaak (61. Anyomi), Lehmann, Feldkamp (78. Freutel), Wilde – Dallmann – Schüller. Zuschauer: 813.
Tore: 0:1 Petermann (23.), 0:2 Gwinn (65.), Magull (72., Foulelfmeter).

Von Benedikt Burgmer

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