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Nach Achterbahnfahrt und 3:5-Niederlage scheidet SGS in Potsdam aus - WAZ/NRZ vom 07.10.2012

Es gibt in der Frauenfußball-Bundesliga zwei, vielleicht drei Spielerinnen, die die SGS Essen einfach nicht in den Griff bekommt. Während Mandy Islacker (FCR Duisburg) auf dem besten Weg ist eine zu werden, haben Martina Müller (VfL Wolfsburg) und eben Genoveva Anonma von Turbine Potsdam ihre Torgefahr gegen die Essenerinnen schon vielfach bewiesen. So hatte Anonma vor zweieinhalb Jahren, damals noch für Jena, im DFB-Pokal die Schönebecker Finalträume mit zwei Treffern platzen lassen. Nun kegelte sie die SGS schon wieder aus dem Wettbewerb. Diesmal mit drei Toren. Wie im Vorjahr an gleicher Stelle ist die zweite Runde Endstation für Schönebeck, das sich beim 3:5 gegen den Favoriten aber teuer verkaufte.

0:1 in der 8. Minute durch Dallmann

„Das ist schon bitter. Da schießt du in Potsdam drei Tore und fliegst trotzdem raus“, ärgerte sich Kirsten Schlosser, die erneut den erkrankten Cheftrainer Markus Högner vertrat. Eine einzige Achterbahnfahrt sei die Partie gewesen. Zu Beginn hatte sie noch Spaß dabei: Linda Dallmann tankte sich durch und schob nach acht Minuten zur Gästeführung ein.

Aus Essener Sicht ging es heiter weiter: Kurz darauf war Stürmerin Isabelle Wolf ebenfalls durchgebrochen und lief allein auf Potsdams Keeperin Naeher zu. „Das muss das 2:0 sein“, sagt Schlosser. War es aber nicht. Stattdessen sorgte der Doppelschlag von Anonma für ein erstes Stimmungstief auf der Schönebecker Bank. Ihrem herrlichen Schlenzer folgte gleich ein Flachschuss zum 1:2.

„Hoffentlich gibt das keinen Knick“, dachte Schlosser. Aber den gab es nicht. Noch vor der Pause hatte sie den Jubelschrei auf den Lippen: Katarina Tarr und Caroline Hamann brachten den Ball im Gewühl irgendwie Richtung Tor, eine Abwehrspielerin klärte im letzten Moment. „Ich bin aus dem Schreien nicht mehr rausgekommen“, so Schlosser.

Nach der Pause wurde es noch schlimmer. Es ging auf und ab: Erst nutzte Essens Irini Ioannidou einen Torwartfehler zum Ausgleich, im Gegenzug markierte Winter das 3:2 für Potsdam. Schönebeck kam nochmal zurück: Costa köpfte nach Hoffmann-Flanke das 3:3, wieder gab Potsdam in Person von Anonma die prompte Antwort. Und diesmal machten die Gastgeberinnen den Sack zu: Winters traf zum 3:5. „Ein bitteres Ende“, fand Schlosser.

Turbine Potsdam - SGS Essen 5:3 (2:1)

SGS: Weiß – Dörpinghaus, Martini, Costa, Tarr – Mester, Ioannidou – Hamann (78. Morina), Hoffmann, Dallmann – Wolf (69. Oliveira Leite).
Tore: 0:1 Dallmann (8.), 1:1 Anonma (24.), 2:1 Anonma (26.), 2:2 Ioannidou (51.), 3:2 Winters (52.), 3:3 Costa (65.), 4:3 Anonma (67.), 5:3 Winters (71.). Zuschauer: 1310.

Von Benedikt Burgmer

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