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Ramona Petzelberger muss noch zuschauen - WAZ vom 29.08.2017

Ramona Petzelberger (SGS Essen)

Der Zugang der SGS Essen laboriert noch immer an einem Bänderriss und wird am Samstag beim Saisonstart gegen den FC Bayern München fehlen.

Freundlich lächelnd sitzt Ramona Petzelberger in der Geschäftsstelle der SGS Essen. Nach ihrem Wechsel an die Ardelhütte sei sie im Kreise des Frauenfußball-Bundesligisten offen und herzlich aufgenommen worden und fühle sich in der Mannschaft absolut wohl. „Das Team lebt, und ich habe das Gefühl, dass es passt“, sagt die 24-Jährige. Sie wirkt glücklich. Aber der Schein trügt: Ihre Gefühlslage ist eine andere. Denn seit mittlerweile vier Monaten setzt sie ein Bänderriss außer Gefecht.

Mitte der vergangenen Rückrunde knickte Ramona Petzelberger noch im Trikot von Bayer Leverkusen im Spiel gegen die TSG Hoffenheim um. Diagnose: Außenbandriss im Sprunggelenk. Normalerweise keine große Sache. Doch in der letzten Woche der Reha ereilte die Psychologie-Studentin die gleiche Verletzung erneut. „Deshalb habe ich hier bisher vor allem die medizinische Abteilung kennengelernt“, erzählt sie.

Anstoß: 14 Uhr an der Hafenstraße

Dabei hatte sich Ramona Petzelberger nach ihrem Wechsel viel vorgenommen. Zumal es für sie eine Rückkehr in ihre Heimat ist. Sie ist in Essen geboren und groß geworden. Ihre ersten fußballerischen Schritte machte sie bei den Jungs des PSV und kam über die Stationen Duisburg, Wattenscheid, Bad Neuenahr und Leverkusen nun zur SGS. Sie wollte in der Vorbereitung durchstarten und sich einen Stammplatz im Mittelfeld erkämpfen.

Stattdessen musste Ramona Petzelberger die Trainingseinheiten bisher als Zuschauerin verfolgen. Eine Situation, die an ihr nagt. „Ich möchte endlich wieder den Ball am Fuß haben oder einfach nur ein paar Meter geradeaus laufen können“, sagt sie. Erst einmal ist aber Geduld gefragt. Auch wenn es schwer fällt. Für den Saisonstart am Samstag (14 Uhr, Hafenstraße) gegen Bayern München bleibt für Ramona Petzelberger nur ein Platz auf der Tribüne. Und die Genesung wird wohl noch weitere Wochen in Anspruch nehmen.

Bemerkenswert ist, dass Ramona Petzelberger auch ohne eine Trainingseinheit für sich schon erkannt hat: „Der Wechsel tut mir gut.“ Die neue Aufgabe reizt sie. „Die SGS ist ein Arbeiterclub, der immer versucht, aus den vorhandenen Mitteln das Beste rauszuholen. Hier bewegt sich was, es gibt eine Entwicklung.“ Und die möchte sie künftig mit vorantreiben.

Denn ein paar Fragezeichen gibt es derzeit noch an der Ardelhütte. Das größte dürfte sein, wie sich die Abgänge von Charline Hartmann, Kozue Ando (beide Karriereende) und Vanessa Martini (MSV Duisburg) bemerkbar machen. „Natürlich haben wir dadurch eine Menge an Erfahrung verloren, aber das haben wir durch unsere Zugänge kompensiert“, erklärt SGS-Kapitänin Ina Lehmann.

Jedoch sind Marina Hegering, Turid Knaak und Ramona Petzelberger andere Spielertypen als ihre Vorgängerinnen. „Sie bringen andere Qualitäten mit. Dadurch werden wir flexibler“, sagt Ina Lehman. Die Lücke, die Charline Hartmann im Angriff hinterlässt, dürfte am größten sein. Die Fußstapfen der Essener Rekordtorschützin sind groß – und Nicole Anyomi (17) sowie Lea Schüller (19) noch nicht am Ende ihrer Entwicklung.

Daniel Kraus: „Es wird jedes Jahr schwieriger“

„Diese Saison wird eine tolle Herausforderung für uns“, meint Trainer Daniel Kraus. Natürlich möchte er als Sechster der Vorsaison den Abstand zur Liga-Spitze verringern. Aber er weiß: „Für uns wird es jedes Jahr schwieriger.“ Zumal aktuell bei der SGS die Strukturen in der Mannschaft erst wieder zusammenwachsen müssten. Und das wurde in der Vorbereitung durch Verletzungen erschwert. Nicht nur bei Ramona Petzelberger.

Annike Krahn schickt die SGS auf eine lange Reise

Welt- und Europameisterin Annike Krahn schickt die SGS Essen auf eine lange Reise: Bei der Auslosung der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals zog die frühere Nationalspielerin den 1. FC Neubrandenburg als Gegner.

670 Kilometer müssen die Essenerinnen bis zum Regionalligisten zurücklegen. „Vielleicht übernachten wir auf einem Campingplatz“, scherzt Manager Philipp Symanzik. Der Einzug in die nächste Runde ist Pflicht.

Von Benedikt Burgmer

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