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SGS könnte in Frankfurt für Überraschung sorgen - WAZ vom 08.12.2017

Kräfteverhältnisse zum FFC haben sich verschoben. Personalsituation bei den Gästen ist allerdings angespannt. Petzelberger vom Pech verfolgt.
Mit dem 5:0-Erfolg im Pokal-Achtelfinale über Werder Bremen hat die SGS Essen zum Ende der Hinrunde noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. In der Frauenfußball-Bundesliga jedoch hängen die Trauben im Jahresendspurt hoch: Am Sonntag geht es für die Mannschaft von Trainer Daniel Kraus zum Tabellen-Vierten nach Frankfurt (14 Uhr), ehe zum Abschluss der Dritte aus Freiburg an der Hafenstraße zu Gast ist. Jeder weitere Punktgewinn wäre da eine Überraschung.

An Selbstvertrauen mangelt es den Essenerinnen in Frankfurt aber dennoch nicht. „Ich freue mich riesig auf das Spiel. Es wird eine spannende Begegnung zweier gleichstarker Mannschaften“, erklärt Essens Abwehrspielerin Jacqueline Klasen. Zumindest in der jüngsten Vergangenheit konnte die SGS dem Rekordmeister tatsächlich Paroli bieten.

Frankfurt gewann 21 der 26 Duelle

Im Vorjahr hätte sie in Frankfurt eigentlich drei Punkte holen müssen. Doch nach zwei Treffern in der Nachspielzeit trennte man sich 2:2.

Letztlich aber hat Frankfurt 21 der 26 Aufeinandertreffen gewonnen – eine beeindruckende Bilanz. Allerdings haben sich die Kräfteverhältnisse zuletzt tatsächlich angeglichen. Denn die Zeiten, in denen der FFC die nationalen wie kontinentalen Titelkämpfe dominierte und der Kader der Nationalmannschaft sich größtenteils aus Spielerinnen der Mainmetropole zusammensetzte, sind vorüber. Aktuell ist allein Kathrin Hendrich fester Bestandteil der DFB-Auswahl.

„Der neue Weg, junge Talente einzubauen, trägt aber schon die ersten Früchte. Die SGS bestreitet diesen ebenfalls schon seit vielen Jahren“, erklärt SGS-Trainer Kraus. Der Erfolgsdruck hat dadurch abgenommen. Zufrieden, so hört man aus Frankfurt, wäre man schon, wenn man die Position im oberen Tabellendrittel behaupten könne. Bezeichnend ist, dass der FFC im Sommer Margarita Gidion verpflichtete, der in Essen der Durchbruch nicht gelang und die hier eher zur zweiten Reihe zählte.

Ramona Petzelberger knickte im Training um

Wobei Gidion in dieser Saison wohl auch in Schönebeck wieder mehr Spielpraxis bekommen hätte. Allein schon verletzungsbedingt, denn die Personal-Situation bleibt auch zum Jahresende angespannt: Nina Brüggemann und Kirsten Nesse werden die Hinrunde ohne einen Einsatz beenden. Zudem fehlen am Sonntag Sara Doorsoun (Schulter), Sarah Freutel (Nervenentzündung) und Ramona Petzelberger (Sprunggelenk).

Vor allem letztere scheint vom Pech verfolgt. Nach ihrer mehrmonatigen Sprunggelenksverletzung gab Petzelberger erst gegen Wolfsburg ihr Comeback, knickte dann aber wenig später im Training mit dem anderen Fuß um.

Von Benedikt Burgmer

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