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SGS-Spielerinnen stehen bei Steffi Jones hoch im Kurs - WAZ vom 27.10.2017

Nach dem „DFB-Ausflug“ ist für Dallmann, Doorsoun und Schüller das Derby in Duisburg angesagt. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen steckt in der Krise. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM gegen Dänemark (1:2) und zuletzt der 2:3-Niederlage gegen Island in der WM-Qualifikation ist es ungemütlich geworden. Vor allem für Bundestrainerin Steffi Jones, an deren Person die Kritik immer lauter wird. Umso bemerkenswerter: Gerade jetzt setzt sie auf die Spielerinnen des Bundesligisten SGS Essen: Lea Schüller, Sara Doorsoun und Linda Dallmann standen beim 11:0-Kantersieg über Färöer allesamt in der Startelf.

Nicht einmal der Branchen-Primus VfL Wolfsburg war häufiger vertreten. Besonders aufregend aber dürfte der Doppelspieltag für Lea Schüller gewesen sein. Als Einwechselspielerin markierte sie gegen Island zunächst das 2:3 und wurde später zur „Spielerin des Spiels“ ausgezeichnet. Gegen Färöer stand Schüller dann auch schon bei der Nationalhymne auf dem Rasen. Und zwar in bester Gesellschaft mit Dallmann und Doorsoun gleich nebenan.

Doorsoun hält mit elf DFB-Einsätzen den Vereinsrekord

Für Dallmann war es bereits das zehnte Länderspiel, Doorsoun hält mit nunmehr elf Einsätzen den vereinsinternen Rekord. Seit Mittwoch ist das Trio zurück in Essen. Und der Blick geht sofort nach vorn: Denn am Sonntag (14 Uhr) steht für die SGS das 25. Ruhrderby beim MSV Duisburg auf dem Programm. Und auch wenn die sportliche Brisanz durch die veränderte Rolle der Gastgeberinnen abgenommen hat, geht es natürlich ums Prestige.

Nachdem der FCR in den MSV Duisburg umfirmierte, ging es für den Reviernachbarn stets um den Klassenerhalt, der einmal sogar verpasst wurde. In dieser Saison liegt der MSV noch ohne Punkt auf dem vorletzten Rang. „Der Tabellenplatz sagt aber gar nichts über sie aus. Das Derby ist immer ein Spiel für sich“, erklärt Essens Irini Ioannidou, die selbst eine Duisburger Vergangenheit hat.

Vanessi Martini beim MSV eine feste Größe

2010 wechselte die heute 26-jährige Linksverteidigerin die Seiten, weil sie als junge Spielerin beim hochkarätig besetzten FCR nicht die nötige Spielpraxis bekam. Damals gewann Duisburg sowohl den DFB-Pokal als auch den Uefa-Cup. Den gleichen Weg wählte Vanessa Martini, doch vor dieser Saison zog es die Essener Ex-Kapitänin wieder zurück nach Duisburg. Weil sie in Essen nicht mehr zum Stammpersonal gehörte.

Beim MSV verpasste sie bisher keine einzige Spielminute und stabilisierte die Abwehr. „Wenn man Duisburgs Ergebnisse sieht, weiß man, wie schwer sich alle Teams bisher gegen sie getan haben. Sie standen defensiv gut und diszipliniert gegen den Ball gearbeitet“, sagt Ioannidou. Aber natürlich möchte die SGS ihren Aufwärtstrend aus zuletzt drei Siegen in Serie fortsetzen. „Dafür müssen wir den Kampf annehmen.“

Von Benedikt Burgmer

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