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SGS-Trainer Daniel Kraus will stets das Maximale erreichen - WAZ vom 05.05.2017

Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen hat Rang fünf im Visier. Dazu wären zunächst drei Punkte aus dem Heimspiel gegen Jena erforderlich.

Es ist nicht leicht, Daniel Kraus zufrieden zu stellen. Diese Erfahrung machten die Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen bereits in den ersten Einheiten ihres Trainers vor dieser Saison. Als Sechster der Tabelle steht man vier Spieltage vor dem Ende eigentlich gut da: Gesichertes Mittelfeld – das klingt an der Ardelhütte nach einer ordentlichen Spielzeit. Kraus aber will mehr: „Es geht immer darum, das Maximale zu erreichen und den nächsten Schritt zu machen.“

Das Maximale in dieser Spielzeit wäre Platz fünf. „Hier und da haben wir ein paar Punkte leichtfertig verschenkt“, findet der Trainer. In Frankfurt führte man beispielsweise in der Hinrunde mit 2:0 und kassierte in der Nachspielzeit noch zwei Gegentreffer. Zuletzt in Freiburg stand man trotz 2:0-Führung am Ende sogar mit leeren Händen da (2:4). Auch das 1:1 zum Rückrundenauftakt gegen den abstiegsbedrohten MSV Duisburg liegt Kraus noch schwer im Magen.
„Hier und da haben wir ein paar Punkte verschenkt“

„Aber alles in allem muss man schon sagen, dass wir auf einem guten Weg sind“, resümiert er. Es geht voran. Und womöglich war das auch der entscheidende Aspekt, der ihn im vergangenen Sommer nach Essen lockte. Denn bei seinem Ex-Klub USV Jena stagniert die Entwicklung. Die Thüringerinnen stecken im Tabellenkeller, haben aber ein Vier-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz. Am Sonntag (14 Uhr, Hafenstr.) ist Jena nun bei der SGS zu Gast.

„Die Punkte brauchen wir beide“, sagt Kraus. Nur mit dem Unterschied, dass es bei den Gästen um die Existenz und für Essen eher um den Briefbogen geht, auf dem ein fünfter Platz besser aussieht. Ohnehin scheint der nächste Schritt bei der Kraus-Elf bevorzustehen. Während seine Vorgänger Ralf Agolli und Markus Högner sich echte Verstärkungen stets nur wünschen konnten, scheint Kraus sie zu bekommen: Ramona Petzelberger (24) und Turid Knaak (26).

Zwei gestandene Bundesliga-Spielerinnen kommen dazu

Beide wechseln bekanntlich aus Leverkusen und kommen zusammen auf über 300 Bundesliga-Spiele. Dabei finden gestandene Spielerinnen eher selten den Weg zur SGS, die sich für gewöhnlich mit der Ausbildung von Talenten befasst. „Aber wir bewegen uns vollkommen in unserem finanziellen Rahmen“, erklärt Manager Willi Wißing. Er hofft sogar, schon in der kommenden Woche die Personalplanungen abschließen zu können.

Offen ist weiter die Zukunft von Vanessa Martini (30), Charline Hartmann (31) und Kozue Ando (34). Mit dem Trio sollen in der kommenden Woche finale Gespräche stattfinden. Vor allem bei Hartmann würde ein negativer Ausgang überraschen. „Sie hat über Jahre gezeigt, wie wichtig sie für den Verein ist. Ich würde gerne mit ihr weiterarbeiten“, erklärt Kraus. In 17 von 18 Spielen stand sie in der Startelf. Einmal war sie gesperrt. Mit vier Treffern ist sie zugleich die torgefährlichste Essenerin.

Die ständige Suche nach einer Torjägerin

Auch wenn die SGS hier sicher ein wenig Luft nach oben hat – eine Spielerin, die regelmäßig zehn Saisontore schießt, stünde Schönebeck gut zu Gesicht. Aber vielleicht wird man da in den eigenen Reihen fündig: Lea Schüller wäre verletzungsfrei sicher eine Kandidatin, Nicole Anyomi wohl auch.

Von Benedikt Burgmer

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