0:3-Niederlage in Freiburg - SGS gewinnt weiter an Erfahrung, aber leider nicht das Spiel

Um eine große Enttäuschung reicher kehrte die SGS Essen von ihrem letzten Meisterschaftsauswärtsspiel in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga aus Freiburg zurück. Der SC gewann die Partie im Dreisamstadion 3:0. Da Konkurrent SC Sand gleichzeitig seine Partie gegen den 1. FC Köln gewann und damit bis auf zwei Punkte herangekommen ist, muss der Sonntag die Entscheidung bringen. Sand reist nach Hoffenheim, während wir den FC Carl Zeiss Jena im Stadion an der Hafenstraße empfangen. Neben der auf dem Papier machbareren Aufgabe spricht auch das Torverhältnis für die SGS. Sollte das Team von Trainer Markus Högner einen Punkt holen, müsste Sand schon mit 8 Toren Unterschied in Hoffenheim gewinnen. Es ist also zittern bei 30 Grad angesagt. Oder anders formuliert: Es wird in erster Linie für die SGS Essen ein Nervenspiel.

Die Fehler wiederholen sich

„Wir haben uns so viel vorgenommen und machen es uns bereits nach fünf Minuten wieder komplett selber kaputt, hadert Trainer Markus Högner mit der Konstanz, die seine Spielerinnen im Einhalten der Fehlerkette an den Tag legen. Wieder war es ein Standard. Dieses Mal eine Ecke, die wir nicht klären können und Samantha Steuerwald am langen Pfosten nur noch Danke sagen muss. Das haut Dir den Plan schon gleich zu Beginn in den Mülleimer.“

Freiburg blieb im Sog des Momentums und damit die aktivere Mannschaft. Die Bemühungen der SGS allenfalls nicht mehr als „stets bemüht“. Markus Högner schildert die Phase aus seiner Sicht: „Eigentlich haben wir ganz gut gespielt. Wir hatten durchaus auch eine gute Spielanlage, in der wir versucht haben, alles spielerisch zu lösen. Allerdings muss man auch ehrlicherweise sagen, dass wir auch in der Phase keine wirklich zwingende Torchance hatten.“ Viven Endemann tauchte in der 8. Minute mal sichtbar vor dem Freiburger Tor auf, versetzte damit aber niemanden in größere Aufregung.

Freiburg dagegen deutlich zielstrebiger: Hasret Kayikci auf Svenja Julia Fölmli – und nach 21 Minuten war der Südbadener Drops schon gelutscht. Markus Högner verzweifelt: „Wir hatten das Spiel eigentlich gut im Griff, bekommen dann aber diesen Konter, den wir frühzeitig unterbinden müssen.“ Und wie zur Bestätigung der Trainerworte hätte es in Minute 25 bereits Tor Nummer 3 der Freiburger auf die Anzeigentafel geschafft. Sophia Winkler hatte zum Glück was dagegen. Bis zur Pause passierte nicht viel. Markus Högner vergleicht die 20 Minuten mit einer Welle: „Mal lief es gut und dann waren wir wieder aus dem Tritt.“ Konstante Inkonstanz.

Zweite Hälfte besser, aber ohne zählbaren Ertrag

In der zweiten Hälfte spielten die Essenerinnen dann deutlich besser. Auch wenn Sophia Winkler mit einer spektakulären Aktion kurz nach Wiederanpfiff das 0:3 verhinderte, verlagerte die SGS das Geschehen immer mehr in die Freiburger Hälfte. Und das sah gut aus. Aber es fehlten nach wie vor die zwingenden Chancen. Erst 15 Minuten vor dem Ende zeigte sich das Team von Markus Högner mit ernsthaften Absichten vor dem Freiburger Gehäuse. Aber weder Viven Endemann noch Carlotta Wamser konnten Torhüterin Rafaela Borggräfe gefährlich werden. Wie es richtig gemacht wird, demonstrierte Giovanna Hoffmann kurz vor dem Abpfiff mit dem 3:0.

Markus Högner war nach dem Spiel ernüchtert: „Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß, dass wir heute nicht den Sack zumachen konnten. Da Sand gewonnen hat, müssen wir gegen Jena mindestens einen Punkt einfahren. Was dann bei einem acht Tore besseren Verhältnis eigentlich ausreichen sollte. Wir wollten es anders haben, müssen uns dem jetzt aber stellen. Es wird entscheidend sein, dass wir ruhig bleiben und konzentriert arbeiten. Dann können wir Sonntag alles klar machen. Noch haben wir alles in der eigenen Hand.“

SGS Essen:
Winkler – Touon, S. Ostermeier, Räcke (81. Piljic), Meißner (46. Sterner) – Baijings (63. Kockmann), L. Ostermeier – Wamser, Senß, Baaß (46. Berentzen) – Endemann (81. Laurier).

Zuschauer: 1404.
Tore: 1:0 Steuerwald (5.), 2:0 Fölmli (20.), 3:0 Hoffmann (90.)

SGS-Bericht

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Last update: 20.02.2020 - 21:42