SGS unterliegt dem VfL Wolfsburg 1:5 - Mutig gespielt und alles versucht

Auch wenn die SGS bei der 1:5-Heimniederlage gegen den Tabellenführer VfL Wolfsburg insgesamt keine Chance hatte, macht der Auftritt der Heimmannschaft Mut für die letzten beiden anstehenden Aufgaben in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Wenn das Team von Trainer Markus Högner diesen Mut und diese Power, die sie am Mittwochabend auf den Rasen des Stadions an der Hafenstraße gezeigt haben, mit ins nächste Auswärtsspiel beim SC Freiburg nehmen kann, könnte am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt perfekt sein. Denn ein Punkt könnte bei den Südbadenern reichen. Dann könnte Konkurrent SC Sand auch gegen den 1. FC Köln gewinnen, hätte aber die weitaus schlechtere Tordifferenz. Und am letzten Spieltag empfängt die SGS zuhause Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena, während Sand zum Tabellenfünften Hoffenheim reisen muss. Nach dem gestrigen Auftritt sollten jedoch Mut und Zuversicht die positiven Antriebe für das Spiel am Sonntag im Dreisamstadion sein.

Verhältnismäßigkeit ist wichtig

An der Hafenstraße spielte am Mittwochabend nicht nur der Drittletzte der Tabelle gegen den aktuellen Tabellenführer. Hier spielte eine junge Mannschaft, die um den Erhalt der Liga kämpft, gegen ein Team, das wenige Tage vorher nach einem 1:5 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales vor über 90.000 Zuschauern den FC Barcelona in Wolfsburg 2:0 besiegte und „...den deutschen Fußball sehr gut vertreten habe...“ wie Trainer Markus Högner in der Pressekonferenz nach dem Spiel anerkennende Worte für Gästetrainer Tommy Stroot fand. Und natürlich gratulierte er ihm auch zum Sieg in Essen.

Ein Pfiff zerreißt die aufkeimende Hoffnung

Zu Beginn der Abendpartie sah der SGS-Coach seine Mannschaft gut im Spiel, wenn auch Wolfsburg da schon zwei bis drei gute Torchancen hatte. Trotzdem keimte bei Markus Högner die Hoffnung auf, dass seine Spielerinnen, die in der Phase gut nach vorne verschoben haben und den Gegner auch unter Druck setzten, das Spielglück, dass Du gegen so einen Gegner einfach brauchst, wie es Markus in der Pressekonferenz betonte, auf ihrer Seite hätten. Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichterin Kathrin Heimann in der zwölften Minute hinterließ dann aber früh im Spiel einen Riss zwischen Trainer und Hoffnung. Markus Högner: „Wir kamen gut in die Partie und dann kam dieser Elfmeter, der aus meiner Sicht nicht unbedingt hätte gegeben werden müssen.“

Auch wenn Markus Högner in der anschließenden Pressekonferenz auf dieser Entscheidung nicht „rumreiten“ wollte, war sie doch mitverantwortlich für den weiteren Verlauf. Denn genau danach war die SGS für eine Zeitlang unsortiert. Und das reichte den Niedersachsen, das Spiel noch vor der Halbzeit auf 0:3 zu stellen. Markus Högner: „Gerade über unsere rechte Seite hatten wir dann doch einige Probleme und das nutzt Wolfsburg halt aus.“
Die Zuschauer hielten weiter zu ihrem Team und durften in der 36. Minute den verdienten Anschlusstreffer durch Vivien Endemann bejubeln. „Das Tor gab uns die Hoffnung, die wir brauchten und die wir dann auch mit in die zweite Halbzeit genommen haben“, so unser Coach: „Ich habe den Spielerinnen gesagt, dass Wolfsburg viel „ackern“ musste in den zurückliegenden Wochen und sich Chancen für uns ergeben können. Dann nutzt sie.“

Wolfsburg hatte was gegen den Plan für Halbzeit 2

Mit schnellem Umschaltspiel sollte seine Mannschaft ohne große Umwege in die Box kommen und sich dort die Möglichkeiten erarbeiten. Was in der Theorie relativ einfach scheint, birgt in der Praxis unter Mitwirkung eines „übermächtigen“ Gegners dann doch das eine oder andere Hindernis. „Leider haben wir uns in den Momenten dann den einen oder anderen Stockfehler gegönnt und waren auch aufgrund unserer Unerfahrenheit nicht cool genug. Da hätten wir durchaus das zweite oder dritte Tor schießen können“, so Högner. Aber das ist uns leider nicht gelungen. Und dann macht Wolfsburg eben die Tore vier und fünf.

Fazit Högner: „Wir haken das jetzt ab, heben den Kopf hoch und bleiben positiv. Denn mit der Leistung von heute können wir ohne Weiteres am Sonntag in Freiburg bestehen. Dann können wir uns den Punkt ergattern, den wir am Ende zum Klassenerhalt vielleicht noch benötigen.“

Und dann darf Wolfsburg auch in der nächsten Saison in das schöne Ruhrgebiet reisen....

SGS Essen:
Sindermann – Touon, S. Ostermeier, Meißner, Sterner (63. Räcke) – L. Ostermeier (63. Piljic), Baijings – Berentzen (46. Kockmann), Senß, Wamser (76. Laurier) – Endemann (76. Baaß).

Zuschauer: 942.
Tore: 0:1 Janssen (12, Foulelfmeter), 0:2 Pajor (28.), 0:3 Waßmuth (34.), 1:3 Endemann (36.), 1:4 Janssen (67.), 1:5 Starke (90. +2)

© SGS-Bericht

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Last update: 20.02.2020 - 21:42