SGS unterliegt nach gutem Spiel bei Bayern München - Starke Leistung wird nicht belohnt

Nach zwei Siegen in Folge – im Pokal gegen Werder Bremen und in der Meisterschaft gegen Turbine Potsdam – reiste die SGS am Sonntag mit breiter Brust und einer Menge Selbstvertrauen in die bayerische Landeshauptstadt. Dort erwartete der FC Bayern München - nach dem Champions-League-Spiel beim FC Barcelona unter der Woche - die Essener Gäste am achten Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga auf ihrem Campus. Bayern war zwar über die gesamte Spielzeit dominant; die Essenerinnen hielten jedoch leidenschaftlich und kompakt dagegen. Und mussten am Ende beim 0:2 (0:1) doch dem Favoriten den Vortritt lassen.

SGS verkauft sich im vorletzten Auswärtsspiel sehr gut

Für die SGS war es das vorletzte Auswärtsspiel in diesem Jahr. Danach stehen noch das Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag und die Auswärtsfahrt in die Nachbarstadt zum MSV Duisburg auf dem Programm. Aufgrund der Tabellenkonstellation – Bayern München hatte vor der Begegnung zehn Punkte mehr auf dem Konto als die SGS und stand sieben Plätze höher auf Rang drei – sprachen manche Experten im Vorfeld gerne von einem Bonusspiel für die Essenerinnen. Ein Trugschluss. Denn der „Underdog“ verkaufte sich sehr gut.

Essen lässt in der ersten Halbzeit nur zwei Ecken zu

Wer glaubte, dass die SGS sich wie das Kaninchen vor der Schlange fürchtete, sah sich gleich zu Beginn der Partie bei den „Red Ladies“ (so besagte es ein Plakat am Bayern Campus) getäuscht. „Wir wollten uns in München gut verkaufen und daran anknüpfen, wie wir uns in den letzten beiden Spielen präsentiert haben. Ich fand, dass wir es über die gesamte Spielzeit richtig gut gemacht haben. Wir standen kompakt und haben die wenigen Tormöglichkeiten der Bayern gut weg verteidigt“, so der Essener Coach. Den Beleg dafür lieferte die Statistik. Es gab in Halbzeit eins nur zwei Ecken für den Favoriten.

Gleiche Startelf wie gegen Bremen

Essen begann mit der exakt gleichen Aufstellung wie im Pokal gegen Bremen. Markus Högner vertraute also den elf Spielerinnen, die schon im Pokal gegen Werder Bremen zu Beginn auf dem Rasen standen: „Wir hatten keine Veranlassung zu irgendwelchen Wechseln. Die Mädels waren gut drauf und haben es auch in der Woche über im Training gezeigt.“

Fast eine halbe Stunde ging die Taktik von Trainer Markus Högner sogar perfekt auf, das Bollwerk stand. Bayern natürlich und erwartungsgemäß mit deutlich mehr Spielanteilen, bei denen sich immer wieder die Nationalspielerinnen Klara Bühl und Lina Magull als Ballabnehmerinnen von Glodis Perla Viggosdottir zeigten. Den Essener Gästen blieben Momente, um sich auch mal vor dem Tor der Gastgeber. Die „Malocherinnen“ in der Offensive aber ohne die nötige Durchschlagskraft. Hinten hatten sie trotz einiger Bayernchancen alles im Griff. Dann durchbrach Nationalspielerin Lina Magull einmal das Essener Bollwerk und erzielte die sicher verdiente Führung für Bayern München.

Magenta-Sport Kommentator Michael Seyberth legte sich bereits in der 18. Minute fest und sagte den Gästen eine nicht einhaltende Konzentration bis Spielende voraus: „Diese Kompaktheit können sie nicht neunzig Minuten auf den Platz bringen.“ Die „Malocherinnen“ straften ihn Lügen.

Zweite Halbzeit: Essen offensiver, am Ende aber glücklos

Die Zuschauerinnen und Zuschauer, sofern sie es mit den Gastgeberinnen hielten, staunten auch in der zweiten Halbzeit nicht schlecht. Essen hielt die Kompaktheit, wagte sich aber immer mehr in die Offensive. Dass es am Ende dann nicht zu einem eigenen Treffer reichte, ist immer noch der Unerfahrenheit der Mannschaft zuzurechnen. Und auch wenn Bayern den Deckel mit dem zweiten Tor kurz vor Schlusspfiff „drauf machte“, war Markus Högner zufrieden mit dem Auftritt seiner Mädels: „München ist trotz einer gewissen Müdigkeit immer noch ein anderes Kaliber als Bremen oder Potsdam. Wir haben aber heute gezeigt, dass wir mit unseren Mitteln gut dagegenhalten können. Ich bin mit unserem Auftritt sehr zufrieden.“

Schon direkt nach Schlusspfiff blickte der Coach nach vorne: „Wir nehmen den Schwung aus dem Spiel heute mit und fokussieren uns die Woche jetzt komplett auf Bremen. Mit einem Erfolg können wir schon in der Frühphase der Saison einen ganz großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Darauf arbeiten wir die nächsten Tage hin.“

SGS Essen:
Winkler – Touon, Meißner, Ostermeier, Sterner – Kowalski (68. Rieke), Pfluger, Debitzki (79. Piljić) – Maier, Elmazi (68. Berentzen), Endemann (68. Baaß)

Tore:
0:1 Magull (28.)
0:2 Kett (90.)

SGS-Bericht

Zurück

Last update: 20.02.2020 - 21:42