Sieg im „6-Punkte-Spiel“ - 2:1-Erfolg gegen Potsdam bringt Luft nach unten

Erst das gute, aber letztendlich punktetechnisch unbelohnte Spiel gegen Hoffenheim, dann die hohe 0:6-Niederlage am vergangenen Wochenende in Leverkusen. Die Frage war: „Welches Gesicht zeigt die SGS heute im sogenannten Sechspunktespiel gegen Potsdam?“ Ein Gegner, der nach einem Unentschieden und fünf Niederlagen aus sechs Spielen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga jetzt schon mit dem Rücken zur Wand steht. Dirk Heinrichs, der nach der Entlassung von Sebastian Middeke unter der Woche bei Turbine interimsweise übernommen hatte, sagte es auf der Pressekonferenz: „Die Möglichkeiten, Punkte zu holen, werden nicht mehr, sondern weniger.“ Trainer Markus Högner war dagegen sehr zufrieden. Zum einen natürlich mit dem Ergebnis, zum anderen aber auch mit der Reaktion seiner Mädels, denen er eine zwar eine extrem schwierige, aber dennoch sehr gute Trainingswoche bescheinigte.

Zuschauer sind ein „Pfund“

Erneut waren wieder mehr als 1.000 Zuschauer im Stadion an der Hafenstraße. Im vierten Heimspiel der Saison zum vierten Mal vierstellig. „Die Fans sind gerade in dieser Saison unser 12. Mann“, so SGS-Trainer Markus Högner. Diese Kraft und Energie, die von den Rängen auf das Spielfeld kommt, ist ein tolles Signal der Unterstützung. Und auch wenn ich mich wiederhole. Das ist ein unglaublicher Vorteil in unseren Heimspielen. Man hat das ja auch nach dem Schlusspfiff gesehen, als die ganze Tribüne den Mädels zugejubelt hat.“

Schon beim Einlauf wurden die Spielerinnen, die von der E1 der SG Kupferdreh-Byfang und der F1 der DJK SG Altenessen begleitet wurden, frenetisch von den Zuschauerinnen und Zuschauern empfangen. Mittendrin die Fans aus Potsdam, die heute ihre 150. Fanfahrt zu einem Auswärtsspiel feiern konnten.

Frühe Führung bringt Sicherheit

Dass es nicht zu einem sportlichen Erfolg langte, lag auch daran, dass Ramona Maier schon früh im Spiel nach einem herrlichen Zuspiel von Beke Sterner nur noch Torhüterin Vanessa Fischer vor sich hatte, sie ausspielte und ihr Team in der 11. Minute in Führung brachte. Sechs Minuten vorher hatte Laureta Elmazi, die neben Natasha Kowalski und Julia Debitzki als eine von drei neuen Spielerinnen gegenüber der Startelf in Leverkusen von Beginn an dabei war, die erste Chance. Doch ihr Schuss strich knapp über die Latte.
Als Potsdam wiederum seinen ersten Vorstoß startete, fingen Elmazi und Anja Pfluger den Konter ab. Die SGS schaltete sofort um. Den weiteren Ballweg über Beke Sterner und Ramona Maier haben wir oben beschrieben. Es war das erste Tor der Nr. 9 in der laufenden Saison. Und dazu noch ein sehr schönes und wichtiges.

Denn der Treffer gab den Mädels vor 1.102 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße Sicherheit in ihren Aktionen. Das sah auch Markus Högner so: „Gerade in den ersten zwanzig Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht und Potsdam weit vor unserem Tor weggehalten.

Potsdam bleibt dran

Doch dann wurden die Gäste stärker und nahmen ihrerseits das SGS-Tor von Sophia Winkler ins Visier. Sie mussten ja auch kommen, wollten sie nicht mit erneut leeren Händen die Heimreise nach Brandenburg antreten. Aber wirklich gefährlich wurde es für die SGS bis zur Pause nicht mehr. So ging es nach einer ereignisarmen ersten Hälfte mit einer 1:0-Führung in die Kabinen. Die SGS musste nicht mehr tun. Potsdam konnte nicht.

Erneut ein frühes Tor in der zweiten Halbzeit

Interimstrainer Dirk Heinrichs nahm einen ersten Wechsel vor, die SGS begann die zweiten 45 Minuten ohne eine Veränderung. Dafür aber mit dem 2:0. 50. Minute: Ecke Ella Touon, Potsdam kann die Situation nicht klären, und Vivien Endemann stochert den Ball knapp neben dem Pfosten ins Tor.
Markus Högner sagte der WAZ: „Der Zeitpunkt war top. Da hofft man als Trainer, dass das der Mannschaft Sicherheit gibt.“ Gab es aber nicht. Potsdam wollte den Anschlusstreffer, um dann am Ende noch mindestens einen Punkt mitnehmen zu können. Und der gelang den Gästen: Wiankowska kam in der 68. Minute nach einer Ecke frei zum Kopfball und erzielte das 1:2 aus Potsdamer Sicht.
Er war bereits das vierte Tor in dieser Saison nach einem Standard. Doch was Turbine danach auch probierte. Der Ball konnte die Torlinie nicht mehr überqueren. Dafür hatte die SGS noch Möglichkeiten, das Ergebnis höher zu schrauben. Aber die eine falsche Entscheidung hier und die andere nicht richtig zu Ende gespielte Situation dort brachten nicht die so dringend benötige frühzeitige Entscheidung. Am Ende jubelte die SGS dennoch mit den Zuschauern über den zweiten Saisonsieg, während Potsdam die Rückreise ohne Punkte antreten musste.

SGS Essen:
Winkler – Touon, Ostermeier, Meißner, Sterner – Pfluger, Debitzki (80. Räcke) – Elmazi (66. Berentzen), Kowalski, Endemann – Maier (86. Edwards).

Tore:
1:0 Maier (11.)
2:0 Endemann (50.)
2:1 Wiankowska (68.)

Zuschauer: 1102.

© SGS-Bericht

Last update: 07.11.2022 16:22

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Last update: 20.02.2020 - 21:42