Wölfinnen zu bissig - 0:4-Niederlage beim VfL Wolfsburg

Der Start in die Saison 2022/2023 in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga begann für unsere Frauen gleich mit einem Auftritt bei Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen verteilten erwartungsgemäß keine Geschenke und schickten Essens Malocherinnen mit einer 0:4-Niederlage am Samstagnachmittag wieder zurück ins Ruhrgebiet. Dennoch sah unser Trainer Markus Högner gute Ansätze im Spiel seiner Mannschaft.

Doppelschlag kurz vor der Pause war entscheidend

Natürlich war Wolfsburg der Favorit. Auf der einen Seite der Meister und Pokalsieger, auf der anderen Seite das Team, das am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison den Klassenerhalt perfekt gemacht. Und das Team von Trainer Tommy Stroot zeigte auch gleich, wer im AOK-Stadion das Sagen hatte und übernahm die Regie. Trotzdem standen die Essener Gäste zu Beginn stabil und hielten die im letzten Drittel zu unpräzisen Wolfsburgerinnen gut in Schach. Eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr brachte dann jedoch bereits in der 14. Minute die Führung für die Gastgeber, als Ewa Pajor aus kurzer Distanz zum 1:0 traf.

Die SGS zeigte weiterhin gute Ansätze, blieb ihrem Stil treu. Die Spielkontrolle liessen sich die Wolfsburgerinnen aber nicht aus der Hand nehmen. Sie erhöhten das Tempo und erspielten sich immer mehr Chancen. In dieser Phase zeigte Torhüterin Sophie Winkler einmal mehr ihre Klasse und verhinderte zunächst noch Pajors Doppelpack, war aber kurz vor der Pause gegen die Tore zwei und drei auch machtlos: „Wenn wir es an der Stelle schaffen, das Spiel offen zu halten und die Gegentreffer nicht kassieren, hätten wir in der zweiten Hälfte Wolfsburg noch ein wenig stressen können. Nach dem 0:3 war das Spiel aber gelaufen“, bilanziert Trainer Markus Högner.

Tor von Baaß wegen Abseits nicht gegeben

Hätte das Tor von Antonia Baaß kurz nach der Halbzeit gezählt, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Für unseren Coach war der Treffer regulär. Das Schiedsrichtergespann entschied jedoch auf Abseits. Damit war diese Frage auch beantwortet. Wolfsburg musste jetzt nicht mehr so viel in das Spiel investieren; die SGS mühte sich redlich. Es ergaben sich weitere Chancen auf beiden Seiten. Aber entweder zielten die Stürmerinnen zu ungenau oder beide Torhüterinnen – Winkler auf unserer Seite, Nationaltorfrau Merle Frohms auf der anderen – waren auf dem Posten. Gegentreffer Nummer vier konnte Winkler dann aber auch nicht verhindern. In der 70. Minute macht Ewa Pajor mit ihrem zweiten Treffer den Deckel auf das Spiel.

Högner nicht unzufrieden

Nach der Partie zog Markus Högner Bilanz: „In einigen Szenen ist es uns wirklich gut gelungen den Gegner zu stressen. Wir haben sie mitunter sehr mutig zugestellt. Als Topmannschaft hat Wolfsburg aber natürlich die Klasse, darauf zu reagieren.
Die nutzen eine Unordnung bei uns aus, schalten blitzschnell um und kommen gefährlich vor unser Tor. Trotzdem muss ich sagen, dass wir drei Gegentore durch eigenes Verschulden kassiert haben. Aus Situationen, wo wir den Ball einfach besser klären bzw. eine bessere Lösung finden müssen. Klar ist man bei 0:4 nicht zufrieden. Aber gegen eine solche absolute Topmannschaft kann man verlieren. Der Sieg der Wolfsburger geht völlig Ordnung. Glückwunsch dazu!“

Dennoch sah der Trainer gute Ansätze: „Wenn ich mir die 90 Minuten insgesamt ansehe und die Stimmen nach dem Spiel wahrnehme, können wir auf der heutigen Leistung aufbauen. Jetzt geht der Blick Richtung Meppen. Ich bin überzeugt, dass wir in den nächsten unsere Punkte holen werden, wenn wir dranbleiben und weiter fokussiert auftreten, unseren Stil verfestigen und verfeinern.“

SGS Essen:
Winkler – Hils, Piljić, Räcke, Sterner – Ostermeier – Berentzen (46. Kockmann), Kowalski, Pfluger (59. Rieke), Baaß (72. Maier) – Endemann (72. Edwards)

Tore
0:1 Pajor (14.)
0:2 Popp (40.)
0:3 Waßmuth (43.)
0:4 Pajor (70.)

Zuschauer: 3.217

© SGS-Bericht

 

 

Zurück

Last update: 20.02.2020 - 21:42